Die Inspire-Kampagne

Inspirieren (Verb)

Bedeutungen:
[1] geistig anregen
[2] zu einem Tun veranlassen; dazu bringen, etwas zu unterlassen

Beispiele:
[1] Meine Ansichten sind auch durch das neue Buch zu diesem Thema inspiriert.
[2] Er hat mich inspiriert, es einmal anders zu versuchen.
Quelle: de.wiktionary.org

„Es einmal anders versuchen“ ist auch die Leitlinie der Inspire-Kampagne von Wikimedia, dem Verein, der hinter Wikipedia steht. Die durchschnittlich 10% Anteil Frauen an den Autor*innen der Wikipedia – das soll anders versucht werden.

Wikimedia nennt den geringen Frauenanteil „gender gap“, zu deutsch etwa Geschlechterlücke, und ist sich dieses Problems schon seit 2010 bewusst. Inspire ist die Kampagne, mit der Wikimedia versucht, den gender gap in großem Rahmen zu überwinden. Dafür sucht Wikimedia die Hilfe seiner User. Wer auch immer eine Idee hat, soll sie im Portal IdeaLab hochladen – die anderen bewerten sie dann, und mithilfe der Gemeinschaft werden die besten Ideen sichtbar. Aber jede Idee, ob nun breit befürwortet oder nicht, kann sich für ein von Wikimedia gesponsortes Fördergeld bewerben. Als User kann man sich dann Teams anschließen, die versuchen, unterschiedliche Ideen zu verwirklichen.

Inspires Ziel sind 100 Ideen und 500 Mitmachende bis Ende März. Zum Zeitpunkt dieses Eintrags sind 101 Ideen vorgeschlagen worden, aber nur 307 Teilnehmer*innen haben sich gemeldet. Ideen sind u.a. eine Untersuchung, ob Biografien von Frauen und von Männern anders bearbeitet werden durch die Wikipedia-Gemeinschaft; in der Kategorie „Was geschah am heutigen Tag?“ der Startseite mehr Links zu Frauen einzubauen; oder die allgemeine Gesprächskultur zu verbessern, sodass niemand Beschimpfungen fürchten muss.

Inspire ist dabei nur ein Versuch, den gender gap zu schließen. Daneben existieren noch eine Vielzahl kleinerer und lokaler Initiativen, die allerdings in den Medien kaum rezipiert werden. So hat z.B. 2013 Wikimedia Deutschland nach Berlin zur „Wikimedia Diversity Conference“ eingeladen, bei dem auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, den gender gap zu schließen, in Workshops und Vorträgen erdacht wurde. In Ägypten wurde 2014 der WikiWomen Prize vergeben, ein Geldpreis für den besten Artikel – Voraussetzung, dass er von einer Frau für die arabische Wikipedia geschrieben wurde. Im Rahmen des WikiWomen History Month, während dem versucht wird, zahlreiche Artikel über Geschichte von und durch Frauen zu bearbeiten und zu erstellen, finden in Schweden diesen Monat mehrere Schreibmarathons statt.

Man sieht also: das Problem ist bekannt. Lösungsansätze sind nicht nur vorhanden, sondern werden auch von einer engagierten, aktiven Gemeinschaft durchgeführt. Ob Inspire und ihre Schwesterkampagnen jedoch einen wirklichen Effekt haben, bleibt abzuwarten.

 

Laura Siggelkow

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